Rückführungen in den Mutterleib

Dem Thema Rückführungen war während meiner Hypnose-Ausbildung neben der klassischen und therapeutische Hypnose ein besonderer Stellenwert gewidmet. Aber erst ganz zum Schluss, denn es galt erst einmal gründlich die Basis zu lernen: von Selbsthypnose, suggestiver Hypnose, therapeutischer Anwendung und PartsTherapy.

Ich fieberte lange auf die Wochenenden hin, wo es endlich um die Rückführungen und ganz besonders die Rückführungen in den Mutterleib ging. Endlich war es soweit! Da zum Lernen auch immer die eigene Erfahrung dazu gehört, erlebte ich hier meine erste eigene Reise zurück in den Mutterleib. Diese Erfahrung war etwas ganz Besonderes für mich! Dazu später mehr…

In vielen therapeutischen Hypnose-Sitzungen spielen Rückführungen eine wichtige Rolle.

Bei körperlichen, psychischen oder emotionalen Themen reisen wir während einer Sitzung in der Zeit zurück zum Ursprung des Problems. All das, was wir mit dem Verstand als Ursprung sehen, ist oft sehr weit von dem entfernt, was man in einer Hypnose erfährt. Auch hier landen wir häufig im Mutterleib, bei der Geburt oder in einer sehr frühkindlichen Zeit. Dadurch hat sich für mich gezeigt, wie wichtig die Zeit im Mutterleib ist, um körperliche und psychische Themen und Symptome aufzuarbeiten und zu verstehen.

Eine Rückführung in den Mutterleib

kann also Teil einer normalen therapeutischen Hypnose-Sitzung sein. Es kann aber auch eine eigenständige Sitzung sein. Mit dem Ziel, mehr über sich und sein Leben zu erfahren.

Zum Beispiel können folgende Fragen beantwortet werden:

  • Warum genau diese Familie?
  • Wie geht es meiner Mutter und wie meinem Vater mit der Schwangerschaft.
  • Wie fühle ich mich in meinem Körper?
  • Was habe ich mir für dieses Leben vorgenommen?
  • Was bringe ich mit?
  • Und wie geht es mir mit der Vorstellung, bald geboren zu werden?
  • ….

Das kann eine wunderbare und erfüllende Erfahrung sein, vor allem, wenn das Kind zutiefst erwünscht und voller Freude erwartet wird.

Was ist, wenn ich dort nicht nur schöne Dinge erfahre?

Meine ganz eigene Erfahrung: Ich selber hatte mein ganzes Leben lang das Gefühl, irgendwie falsch zu sein und nicht dazuzugehören. Das war so tief in mir, dass ich oft einen Bogen um Menschen und vor allem Gruppen gemacht habe. In meiner Familie fühlte ich mich falsch. Ungeliebt und fremd, irgendwie überflüssig. Doch ich wollte so gerne dazugehören! Über 20 Jahre lang habe ich als Erwachsene verschiedenste Gemeinschaftsformen ausprobiert, Famileinersatz gesucht – mit dem ganz tiefen Wunsch, dazuzugehören. Gleichzeitig konnte ich genau das gar nicht aushalten und habe selbst immer wieder sabotiert..

In jeder Rückführungen

konnte ich erfahren, dass ich nicht erwünscht war. Ein Störenfried, Schuld am Unglück meiner Mutter. Der Versuch meines Vaters die Ehe zu kitten – das war heftig und entsprach aber trotzdem so genau meinem Lebensgefühl! Umso überraschender fand ich, wie sehr mich diese Erkenntnis tatsächlich überrascht hat!

Manchmal staune ich demütig darüber, wieviel Lebenswillen ich hatte, sodass ich trotzdem entschieden habe ins Leben zu gehen. Und dass es vielleicht einen Grund hat, warum ich hier bin.

Wie geht man mit so einer schwierigen Erkenntnis um?

Macht es das nicht sogar schlimmer, wenn ich solche Dinge über mich erfahre? Von mir aus ein genz klares Nein! Im Gegenteil: Für mich war die Rückführung in den Mutterleib traurig und schmerzhaft. Aber diese Gewissheit über etwas, was ich eh schon immer gespürt habe, unglaublich erleichternd! Ich weiß nun, dass nichts falsch an mir ist, sondern die Umstände so waren wie sie waren. Ich stehe dem diffusen Gefühl „Nicht dazuzugehören“ nicht mehr hilflos gegenüber Und kann als jetzt Erwachsene mein Leben neu ordnen!

Die Erleichterung habe ich bisher bei allen meinen Klienten gespürt. Endlich Bescheid zu wissen. Endlich etwas zu verstehen. Zusammenhänge herzustellen.

Die Erfahrungen während einer Hypnose-Sitzung

sind nie wieder so schlimm, wie sie tatsächlich damals waren. Es bleibt aushaltbar. Man kann die jederzeit Situation verlassen..

Beispiele sind: eine Klientin, deren Zwilling, im Mutterleib gestorben war. Pötzlich konnte sich die Kientin ihre Schuldgefühle und ihre tiefe Traurigkeit erklären. Oder versuchte Abtreibungen, die sich im Leben als starke Kraft gegen sich selber äußern. Z.B. In Form von Autoimmunerkrankungen, Hautproblemen, Lunge…. Erlebte Gewalt in der Schwangerschaft führt vielleicht dazu, den Bauch als nicht sicheren Ort zu sehen und selber nicht Schwanger werden zu können.

Ich bin überzeugt davon,

dass jede dieser Erfahrungen das Selbstbild und wie ich in dieser Welt bin sehr stark beeinflusst. Es ist nicht nur erleichternd und heilsam, diesen Ursprung für die eigenen Probleme zu erfahren. In der Regel fällt es danach viel viel leichter, damit zu leben, umzugehen und zu heilen. Ja, wirklich und tief zu heilen. Denn es ist ja sowieso da!

Fazit:

Im Laufe der Jahre hat sich immer mehr gezeigt, wie wichtig diese erste Zeit im Leben eines Menschen ist. Auf der bewussten Ebene kaum greifbar, prägt es unser weiteres Leben nachhaltig! Nicht umsonst beschäftigen sich heute immer mehr Therapeuten damit. Der Begriff Trauma ist heute ein ganz anderer, als noch vor einigen Jahren! Entwicklungstrauma, und hier ganz besonders das frühe Entwicklungstrauma, kann Ursache für so viele körperliche Symptome, psychische Probleme und Ansichten über das Leben sein. Dazu mehr in einem gesonderten Artikel.

Rückführungen in den Mutterleib sind eine besondere Reise des Verstehens: eine Selbstbegenung mit dir selbst und wenn du magst zu etwas Größerem.

Wenn du Interesse an einer Rückführung in den Mutterleib bekommen hast oder einfach mehr darüber erfahren möchtest, kannst du dich hier für ein kostenloses Kennenlerngespräch bewerben.

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